Geländelauf bis zur Erschöpfung – haben Bundeswehr-Ausbilder absichtlich Rekruten überfordert?

Sechs Soldaten brechen einen Geländelauf ab, einer von ihnen wird ohnmächtig und kommt ins Krankenhaus: Schon wieder hat es neue Verfehlungen bei der Ausbildung junger Soldaten in einer schon oft auffälligen Kaserne in Pfullendorf gegeben. Am Dienstag bestätigte ein Sprecher des Heeres den Vorfall. Anfang Januar : Ein Ausbilder des Ausbildungszentrums ordnet einen 15-Kilometer-Lauf für 37 Teilnehmer an. Im Lehrplan war das nicht vorgesehen. Erst am Tag zuvor hatten die Soldaten ihre Fitness bei einem Sporttest unter Beweis gestellt. Mehrere Soldaten brechen bei dem Lauf zusammen. Dennoch lässt der Ausbilder die Gruppe zunächst ohne Pause weiterlaufen. Das militärische Härte zur Ausbildung gehört, ist in Fachkreisen unbestritten, aber der Ausbilder hatte an diesem Tag gnadenlos übertrieben. Seine Vorgesetzten reagieren und entbinden den Mann von seiner Aufgabe in der Ausbildung. Inspekteure der Bundeswehr erkundigten sich daraufhin nach der Lage und planen einen Besuch. Bei ihrer Visite wird aber klar, das sich mittlerweile nichts verändert hat : Der Lauf geht ähnlich von statten wie ein Marsch in Munster ,bei dem ebenfalls mehrere Soldaten zusammengebrochen waren. Wie sich herausstellte, starb damals ein Soldat an einem Hitzschlag. Auch aus der Politik kommen Reaktionen, jedoch mehr als ein halbes Jahr nach dem schrecklichen Todesfall in Munster hat das Verteidigungsministerium noch immer keinen Abschlussbericht vorgelegt. Die Linkspartei schließlich wirft Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) wegen dieser und anderer Vorfälle vor, die Glaubwürdigkeit der Bundeswehr zu verspielen.

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